Drei Demos in Itzehoe am Samstag: 2000 Teilnehmer erwartet von Nikita Mädge
Itzehoe Itzehoe wird am Samstag zum Schauplatz politischer Kundgebungen. Das parteiunabhängige Bündnis „Gemeinsam für Deutschland“ ruft zum Protest auf, zwei Gegenveranstaltungen sind angekündigt. Die Demonstration von „Gemeinsam für Deutschland“ (GfD) beginnt um 14 Uhr. Der Zusammenschluss fordert nach eigenen Angaben unter anderem „flächendeckende Grenzkontrollen“, einen „verstärkten Bevölkerungsschutz“ sowie ein Nein zu Taurus-Lieferungen und milliardenschweren Hilfen an die Ukraine. Der Organisator der Itzehoer Kundgebung, Jürgen Schanbacher, der für eine Stellungnahme von unserer Redaktion nicht zu erreichen war, bezeichnet die Protestaktion in einem Video auf der Plattform Youtube als „geschichtsträchtig“, da erstmalig bundesweit 22 Demonstrationen dieser Art geplant seien.
Schanbacher hatte bereits im Februar eine Kundgebung mit etwa 20 Teilnehmern auf dem La-Couronne-Platz in Itzehoe organisiert. Zu den Gegendemonstrationen äußert er sich in dem Video-Statement ablehnend und bezeichnet sie als Ausdruck eines „staatlich geförderten Faschismus“. Den Vorwurf der Gegendemonstranten, dass GfD mit rechtsextremen Gruppen sympathisiere, weist er zurück, betont jedoch, dass es in der Bundesrepublik faschistische Tendenzen gebe, die aber nicht von GfD ausgingen.
Bereits um 12.30 Uhr soll eine Gegenkundgebung unter dem Motto „Demokratie, Vielfalt und Menschlichkeit“ beginnen, organisiert vom lokalen Bündnis „IZ Demokratisch“ . Unterstützt wird die Demonstration von SPD, Grünen sowie deren Jugendorganisationen Jusos und Grüne Jugend. Die Veranstalter wollen mit ihrer Aktion ein Zeichen gegen die aus ihrer Sicht rechtsextremen und verschwörungsideologischen Tendenzen der GfD setzen.
Eine weitere Demonstration beginnt um 13.30 Uhr. Die Veranstalter bezeichnen ihre Veranstaltung als Gegendemonstration zur GfD. Dennoch lehnen die Organisatoren vom Netzwerk gegen Rechts die Zusammenarbeit mit SPD und Bündnis 90/Die Grünen ab. Sie werfen auf ihrer Internetseite der (ehemaligen) Ampelkoalition vor, die Migrationspolitik verschärft zu haben.
Der Protest richte sich gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck, Verschwörungsideologien und „autoritäre Fantasien“, schreiben die Organisatoren auf ihrer Webseite. Weiter betonen sie, eine parteiunabhängige Haltung bewahren zu wollen und solidarisch für Freiheit, Gleichberechtigung und Sicherheit einzutreten.
Trotz der teilweise konträren Ziele der verschiedenen Demo-Organisatoren rechnet die Polizei laut Polizeisprecher Björn Loop mit einem ruhigen Verlauf der Veranstaltungen. Die Itzehoer Polizei werde am Samstag von Kollegen aus Eutin unterstützt und die Demonstrationen begleiten.

Die letzte größere Demonstration, hier in der Feldschmiede, fand am Samstag,
15. Februar, in Itzehoe statt.
Text von Nikita Mädge, Bild von Kristina Mehlert

