Bündnis „#IZdemokratisch“ aus Itzehoe hofft auf Hilfe der Jugend
Itzehoe Sie sind viele und verfolgen ein gemeinsames Ziel. „Wir wollen uns aktiv für Menschlichkeit, Vielfalt und für die Demokratie einsetzen“, sagt Ulrike Lahrmann. Die sonst eher als Kreisvorstandssprecherin der Grünen bekannte Itzehoerin berichtet von dem Zusammenschluss „#IZdemokratisch – aktiv für Menschlichkeit und Vielfalt“, der sich im Laufe des vergangenen Jahres nach der großen Demonstration in Itzehoe gegründet habe und nun so richtig durchstarten wolle. „Dafür aber müssen wir noch viel mehr werden“, rührt Lahrmann die Werbetrommel. Sie hoffe insbesondere, dass auch die jüngere Generation den Zusammenschluss mit kreativen Ideen und Vorschlägen unterstützen werde.
Einer von ihnen ist Silas Kock aus Beidenfleth. Der 22 Jahre alte Milchtechnologe und Landwirt sagt: „Vor allem Sichtbarkeit ist enorm wichtig. Auch auf der Straße müssen wir zeigen, dass gewisse Kräfte eben nicht das Volk oder die Mehrheit sind.“ Man müsse demonstrieren, dass man da sei und aktiv werde. „Wir dürfen jetzt nicht in eine Art Resignation verfallen, sondern müssen weiter kämpfen, um für unsere Grundrechte einzustehen“, so Kock.
Ähnlich sieht das auch Bent Aude von der Grünen Jugend. Der 24 Jahre alte Student aus Itzehoe erklärt: „Wir müssen nicht nur auf den Straßen Sichtbarkeit zeigen, sondern auch im virtuellen Raum – gerade die sozialen Medien und das Internet dürfen nicht den Rechten, den einfachen Antworten und den Hetzern überlassen werden.“
Unterstützung bei der organisatorischen Entwicklung ihres Zusammenschlusses erhielten die derzeit rund 15 Vertreter und Mitglieder aus Organisationen, Vereinen, Kirche und Politik sowie Einzelpersonen vom Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein (RBTSH). „Das Team hat uns bei der Gründung und Strukturfindung begleitet“, sagt Lahrmann. Sie hebt hervor, dass sich der Zusammenschluss zur Aufgabe gemacht habe, sich aktiv für Menschlichkeit, Vielfalt und Demokratie einzusetzen.
Daher wolle sich „#IZdemokratisch“ überall dort, wo die Demokratie gefährdet scheint, einmischen und etwas dagegen setzen. Als oberste Aufgabe, so betont auch SPD-Kreisvorsitzender Lothar Schramm, sehe sich die Gruppierung im Austausch und in der Vernetzung der Gruppenmitglieder untereinander. Die Gewissheit darüber, dass nur etwas bewegt werden könne, wenn sich möglichst viele gemeinsam engagieren, sei der Gedanke des Zusammenschlusses. Um die Demokratie auch in Zukunft weiter fördern zu können, wolle der Zusammenschluss gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen zur Stärke der freiheitlich demokratischen Ordnung, der Vielfalt und der Menschlichkeit auf die Beine stellen. „Bei Bedarf werden wir gemeinsame Bürgerproteste und andere Aktionen organisieren“, kündigt Lahrmann an. Sie lädt an jedem vierten Donnerstag im Monat um 18.30 Uhr in das Familienzentrum St. Ansgar, Coriansberg 18-20 (1. Stock) ein. Vorab-Informationen erteilen Ulrike Lahrmann (0176/30196807) und Lothar Schramm (0151/52612954).

Engagieren sich im Zusammschluss #IZdemokratisch: (v.l.) Gabi Schultheis-Freiwald, Bent Aude, Mike Baumann, Silas Kock, Ulrike Lahrmann, Lothar Schramm und Birgit Faust.
Text und Bilder von Kristina Mehlert
