Neues Bündnis für Demokratie will Grundgesetz feiern

Aktion am 23. Mai, dem Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, geplant


Itzehoe Bei der Demonstration für eine bunte Gesellschaft in Itzehoe am 10. Februar gingen mehrere Tausend Menschen auf die Straße. Nicht nur Parteien, sondern auch viele Organisationen und Vereine mobilisierten ihre Mitglieder, sodass die Teilnehmerzahl deutlich höher als erwartet ausfiel. Schon vor der Demonstration stand fest, dass es nicht bei einer einmaligen Großaktion belassen werden sollte. „Nach der Demo stellte sich die Frage: wie geht’s denn jetzt weiter?“, berichtet Ulrike Lahrmann, Sprecherin des Kreisverbands der Grünen. Gemeinsam mit Lothar Schramm, SPD Kreisvorsitzender, weiteren Parteien, Initiativen, Vereinen und Verbänden gab es daher seit Februar drei Treffen, um ein Bündnis für Demokratie, Menschlichkeit und Vielfalt zu gründen. Dieser Zusammenschluss solle kein neuer Verein werden, sondern „ein Bündnis mit Organisationsstruktur“, erklärt Schramm.
Eine erste Aktion dieser sich formierenden Allianz findet am Donnerstag, 23. Mai, dem 75. Geburtstag des Grundgesetzes, in Itzehoe statt. Der genaue Ort stehe noch nicht fest. Der Theatervorplatz und der Bereich vor dem Restaurant Himmel und Erde seien im Gespräch. „Wir haben diesen Tag ausgewählt, weil wir auf die Bedeutung des Grundgesetzes hinweisen wollen. Es ist ein hohes Gut“, so Lahrmann.
Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Kreispräsidenten. Geplant sind drei kurze Redebeiträge, ein Quiz zum Grundgesetz, ausreichend Zeit für Gespräche und ein Konzert der Country-Band Traveling Souls. Und da es sich um einen Geburtstag handelt, gibt es auch Geschenke: „Der Kreis Steinburg stellt 200 Grundgesetze zur Verfügung, die kostenfrei an die Anwesenden verschenkt werden“, verrät Schramm. Beginn ist um 18 Uhr, das Ende voraussichtlich gegen 21 Uhr.
In dem noch zu gründenden Bündnis für Demokratie sollen zivilgesellschaftliche Akteure im Vordergrund stehen. Vertreten seien bereits Vereine und private Initiativen wie „Kopf Hoch“, „Dörfer gegen rechte Umtriebe“ und „Omas gegen rechts“. Auch GEW, Verdi, der Propst, der Caritas-Migrationsdienst und einige mehr haben ihr Interesse bekundet und waren zum Teil bei den Treffen dabei. Auf die Frage, warum sie sich für Vielfalt und Menschlichkeit engagiere, antwortet Frauke Schnackenberg-Jensen von „Omas gegen rechts“: „Ich möchte, dass wir eine freie Demokratie bleiben. Wir müssen lautstark sein. Jetzt. Und nicht erst nach den anstehenden Wahlen.“ Auch Birgit Stelzer, die mit der privaten Initiative „Dörfer gegen rechte Umtriebe“ bereits einige Demonstrationen veranstaltet hat, möchte sich weiter beteiligen. „Da misch’ ich mich nicht ein“, sei das schlechteste, was man zu dem Thema sagen könne. Ein nächstes Treffen findet am Donnerstag, 16. Mai, statt. „Dann geht es an das Fein-Tuning für den Tag des Grundgesetzes“, sagt Lahrmann.

Gemeinsam stark für eine demokratische, menschliche und vielfältige Gesellschaft:
(v.l.) Lothar Schramm, Ulrike Lahrmann, Birgit Stelzer, Frauke Schnackenberg-Jensen
und Mike Baumann.

Text und Bilder von Anneliese Smuda